
Ein Sturz dauert nur einen Augenblick – und verändert oft ein ganzes Leben. Für viele ältere Menschen ist er der Moment, ab dem das Wohnen im eigenen Haus infrage steht. Angehörige erleben das meist überraschend: Bis gestern kam die Mutter noch allein zurecht, heute liegt sie mit einem Oberschenkelhalsbruch im Krankenhaus.
Dabei sind Stürze im Alter kein Schicksal, sondern ein gut erforschtes Risiko. Was die Statistik zu Stürzen im Alter von Robert Koch-Institut und Statistischem Bundesamt zeigt, haben wir hier für Sie zusammengetragen – verständlich erklärt, mit Quellen belegt und mit dem Blick darauf, was Sie als Angehörige daraus ableiten können.
Vorab ein Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn ein Familienmitglied bereits gestürzt ist oder unsicher geht, sprechen Sie mit der Hausärztin oder dem Hausarzt über eine Sturzrisiko-Abklärung.
Die verlässlichste Quelle für Deutschland ist die Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA 2022) des Robert Koch-Instituts. Danach sind 23,8 Prozent der Menschen ab 65 Jahren innerhalb von zwölf Monaten mindestens einmal gestürzt – also fast jede vierte Person. 9,9 Prozent stürzten im selben Zeitraum sogar mehrmals.
Deutlich wird der Zusammenhang mit dem Alter: In der Gruppe der 65- bis 79-Jährigen stürzten 19,2 Prozent mindestens einmal, bei den Menschen ab 80 Jahren waren es 33,5 Prozent – jede dritte Person. Auch Mehrfachstürze nehmen zu: 6,7 Prozent der 65- bis 79-Jährigen, aber 16,7 Prozent der ab 80-Jährigen stürzten mehrfach. Unterschiede zwischen Männern und Frauen oder nach Bildungsstand fand das RKI nicht. Zwischen 2019 und 2022 blieben die Werte konstant (RKI, Gesundheitsberichterstattung, GEDA 2022).
| Altersgruppe | Mindestens ein Sturz in 12 Monaten | Mehrfachstürze |
|---|---|---|
| 65 bis 79 Jahre | 19,2 % | 6,7 % |
| Ab 80 Jahre | 33,5 % | 16,7 % |
| Alle ab 65 Jahre | 23,8 % | 9,9 % |
Für Angehörige heißt das: Der 80. Geburtstag ist statistisch eine Schwelle. Ab hier verdoppelt sich das Risiko für wiederholte Stürze gegenüber der jüngeren Altersgruppe. Wer einmal gestürzt ist, stürzt mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder – der erste Sturz ist deshalb ein Warnsignal, das ernst genommen werden sollte.

Die meisten Stürze gehen glimpflich aus. Doch die Todesursachenstatistik zeigt, wie ernst das Thema ist: Im Jahr 2023 kamen in Deutschland 20.800 Menschen durch einen Sturz zu Tode. Das entspricht rund 42 Prozent aller 49.400 Todesfälle durch nicht natürliche Ursachen wie Verletzungen oder Vergiftungen (Destatis, Todesursachenstatistik 2023). Im Vorjahr 2022 waren es 20.311 Sturztote.
Zum Vergleich: Bei tödlichen Unfällen insgesamt zählte das Statistische Bundesamt für das Jahr 2024 34.060 Todesfälle. Davon ereigneten sich 16.617 im häuslichen Bereich, während im Straßenverkehr rund 3.000 Menschen ums Leben kamen (Destatis, Sterbefälle durch Unfälle). Das eigene Zuhause ist damit statistisch ein deutlich gefährlicherer Ort als die Straße – ein Befund, der viele überrascht.
Wie viele dieser Unfälle sich konkret auf Treppen ereignen, weist die amtliche Statistik nicht gesondert aus. Aus der Erfahrung von Ärzten, Pflegediensten und Unfallversicherern ist aber bekannt, dass Treppen zu den häufigsten Sturzorten im Haus gehören – weil hier Höhe, Schwung und eine eingeschränkte Reaktionsfähigkeit zusammenkommen.
Die gefürchtetste Sturzfolge im Alter ist der hüftgelenknahe Oberschenkelbruch. Nach Angaben der Universität Ulm werden in Deutschland jedes Jahr rund 120.000 bis 130.000 Menschen mit einer solchen Hüftfraktur stationär behandelt. Das Weißbuch Alterstraumatologie der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) beschreibt die Folgen nüchtern:
Quelle: DGOU, Weißbuch Alterstraumatologie (2018). Die Zahlen zeigen, worum es wirklich geht: Nicht der Bruch selbst ist das größte Problem, sondern die Kette, die er auslöst. Krankenhaus, Reha, Bettlägerigkeit, Muskelabbau, Angst vor dem nächsten Sturz – und am Ende oft der Verlust des eigenen Zuhauses.
Die Altersgruppe mit dem höchsten Sturzrisiko wächst. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lebten Ende 2024 rund 6,1 Millionen Menschen ab 80 Jahren in Deutschland. Bis Mitte der 2030er-Jahre werden es der Bevölkerungsvorausberechnung zufolge 6,3 bis 6,6 Millionen sein, bis 2050 zwischen 8,5 und 9,8 Millionen (Destatis, 16. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung). Selbst wenn die Sturzquote je Altersgruppe gleich bleibt, steigt die Zahl der Betroffenen damit deutlich. Umso wichtiger ist es, dass Wohnungen und Häuser rechtzeitig an das Alter angepasst werden – und nicht erst nach dem ersten Unfall.
Ein Aspekt, der in keiner Statistik auftaucht, aber jeder Angehörige kennt: die Angst vor dem nächsten Sturz. Wer einmal auf der Treppe gestürzt ist, meidet sie danach. Das Schlafzimmer im Obergeschoss wird seltener genutzt, das Sofa wird zum Bett, der Keller mit der Waschmaschine ist plötzlich unerreichbar. Die Wohnung schrumpft auf eine Etage.
Dieser Rückzug ist verständlich, aber tückisch. Wer sich weniger bewegt, verliert Kraft und Gleichgewicht – und erhöht damit genau das Risiko, das er vermeiden will. Sturzprophylaxe bedeutet deshalb nicht Stillstand, sondern sichere Bewegung. Was Sie im Haus konkret tun können, haben wir im Beitrag Sturzprophylaxe zu Hause zusammengestellt.
Ein Sitzlift auf der Treppe nimmt das größte Höhenrisiko im Haus aus dem Alltag. Er wird mit Sicherheitsgurt gefahren, stoppt bei Hindernissen und funktioniert dank Akku auch bei Stromausfall. Was ein Treppenlift kostet und welche Faktoren den Preis bestimmen, erklären wir im Beitrag Treppenlift Kosten 2026.
Laut RKI (GEDA 2022) stürzen 23,8 Prozent der Menschen ab 65 Jahren mindestens einmal in zwölf Monaten. Bei den ab 80-Jährigen ist es jede dritte Person (33,5 Prozent).
Das Statistische Bundesamt zählte für das Jahr 2023 20.800 Sturztote. Damit sind Stürze die häufigste Ursache tödlicher Unfälle in Deutschland.
Weil er häufig eine Kette aus Operation, langer Bettlägerigkeit und Muskelabbau auslöst. Laut DGOU-Weißbuch stirbt etwa jeder zehnte Betroffene innerhalb von 30 Tagen, bis zu 20 Prozent ziehen im Folgejahr in ein Pflegeheim.
Spätestens dann, wenn die Treppe gemieden wird, das Treppensteigen Angst macht oder ein erster Sturz passiert ist. Wer früher plant, erhält sich den Zugang zu allen Räumen und vermeidet den Notfall-Einbau unter Zeitdruck. Eine kostenlose Erstberatung vor Ort hilft bei der Einschätzung – Details unter Beratung und Planung.
Die Zahlen sind eindeutig: Fast jeder vierte Mensch ab 65 stürzt jährlich, ab 80 jeder dritte. Über 20.000 Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr an den Folgen eines Sturzes, deutlich mehr als im Straßenverkehr. Und eine Hüftfraktur bedeutet für bis zu jeden Fünften das Ende des Wohnens zu Hause. Für Angehörige heißt das: Nicht abwarten, sondern das Zuhause rechtzeitig sicher machen – die Treppe zuerst.
Sie möchten wissen, was ein Treppenlift für die Treppe Ihrer Eltern kostet? Der Treppenlift-Preisrechner gibt eine erste Orientierung. Oder vereinbaren Sie eine kostenlose Erstberatung vor Ort – bundesweit, unverbindlich, ohne Zeitdruck. Sie erreichen uns unter 02852 5382570.