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Treppenlift in der Mietwohnung: Was Vermieter erlauben müssen

Treppenlift in der Mietwohnung

„Das erlaubt mein Vermieter nie.“ Diesen Satz hören wir in Beratungsgesprächen oft. Dabei ist die Rechtslage seit 2020 eindeutig: Wer einen Treppenlift in der Mietwohnung braucht, hat einen gesetzlichen Anspruch auf die Erlaubnis des Vermieters. Ablehnen darf er nur in Ausnahmefällen.

Das Thema Treppenlift Mietwohnung beschäftigt viele Familien. Für ältere Mieterinnen und Mieter ist die Treppe zur Wohnung oft der Grund, warum sie über einen Umzug nachdenken – obwohl sie eigentlich bleiben möchten. Ein Treppenlift löst dieses Problem, wenn die rechtlichen Fragen geklärt sind.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, was § 554 BGB regelt, wann ein Vermieter tatsächlich Nein sagen darf, wer die Kosten trägt, was beim Auszug passiert und welche Besonderheiten im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses gelten.

Treppenlift Mietwohnung: Das regelt § 554 BGB

Seit dem 1. Dezember 2020 gilt der neu gefasste § 554 BGB. Er sagt in Absatz 1: Der Mieter kann verlangen, dass ihm der Vermieter bauliche Veränderungen der Mietsache erlaubt, die dem Gebrauch durch Menschen mit Behinderungen dienen. Ein Treppenlift ist eine solche Veränderung.

Drei Punkte sind dabei entscheidend:

  • Anspruch statt Bitte: Sie müssen den Vermieter nicht überzeugen. Er muss zustimmen, wenn kein Ausnahmefall vorliegt.
  • Ablehnung nur bei Unzumutbarkeit: Der Anspruch besteht nicht, wenn die bauliche Veränderung dem Vermieter auch unter Würdigung Ihrer Interessen nicht zugemutet werden kann. Das ist eine hohe Hürde.
  • Kein Ausschluss im Mietvertrag: Nach § 554 Abs. 2 BGB ist jede Vereinbarung, die zu Ihrem Nachteil abweicht, unwirksam. Eine Klausel „bauliche Veränderungen sind untersagt“ hilft dem Vermieter hier nicht.

Der Vermieter darf im Gegenzug eine besondere Sicherheit verlangen, etwa eine zusätzliche Kaution für den späteren Rückbau. Das Gesetz verweist dafür auf § 551 Abs. 3 BGB, die Sicherheit ist also getrennt vom Vermögen des Vermieters anzulegen.

Eine „Behinderung“ im Sinne der Vorschrift setzt nach überwiegender Auffassung keinen Schwerbehindertenausweis voraus. Es genügt, dass Sie die Treppe aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr sicher bewältigen. Ein ärztliches Attest oder der Pflegegrad-Bescheid sind die üblichen Nachweise.

Rechte und Pflichten des Mieters im Überblick

Dem Recht auf Erlaubnis stehen klare Pflichten gegenüber. Der wichtigste Grundsatz: Der Treppenlift ist Ihre Anschaffung. Sie tragen die Kosten für Einbau, Wartung, Strom und den Rückbau beim Auszug. Die Stiftung Warentest formuliert es so: Vermietende sind verpflichtet, den Einbau zu dulden, Betroffene zahlen den Einbau selbst und demontieren den Lift beim Auszug auf eigene Kosten.

Welche Beträge dahinterstehen, zeigt die folgende Übersicht mit Marktdaten der Verbraucherzentrale (Stand Januar 2026):

PostenWer zahltGrößenordnung (Marktdaten)
Anschaffung und EinbauMieter3.500 bis 15.000 € je nach Treppenverlauf und Länge
Zuschuss der PflegekassePflegekasse (bei Pflegegrad 1–5)bis 4.180 € je Maßnahme
Wartung und ServiceMieter200 bis 300 € pro Jahr
Rückbau beim AuszugMieter (in der Regel)abhängig von Anbieter und Schienenlänge

Was ein Treppenlift bei VDB Medical kostet, hängt von Ihrer Treppe ab. Eine erste Orientierung gibt unser Treppenlift-Preisrechner; Hintergründe zu den Kostenfaktoren lesen Sie im Beitrag Treppenlift Kosten 2026.

Infografik: Rechte und Pflichten von Mietern beim Treppenlift in der Mietwohnung nach § 554 BGB
Rechte und Pflichten beim Treppenlift in der Mietwohnung. Quellen: § 554 BGB; Verbraucherzentrale (Stand 20.01.2026).

Wann darf der Vermieter den Treppenlift ablehnen?

Unzumutbar ist der Einbau nur, wenn gewichtige Gründe auf Seiten des Vermieters Ihr Interesse an einem sicheren Zugang zur Wohnung überwiegen. In der Praxis geht es fast immer um drei Themen, die auch die Verbraucherzentrale als Prüfpunkte nennt:

  • Brandschutz und Fluchtwege: Das Treppenhaus muss als Rettungsweg nutzbar bleiben. Ein Sitzlift, der sich zusammenklappen lässt, nimmt in Parkposition nur wenig Platz ein – das ist meist das entscheidende Argument.
  • Statik: Die Schiene wird an den Stufen befestigt, nicht an der Wand. Die Treppe muss diese Last tragen können; bei üblichen Massivtreppen ist das der Regelfall.
  • Baugenehmigung: Je nach Bundesland und Gebäude kann eine Genehmigung nötig sein, insbesondere im gemeinschaftlichen Treppenhaus. Ihr Anbieter sollte das in der Planung klären.

Optische Bedenken, ein bevorstehender Verkauf oder ein pauschaler Verweis auf „andere Mieter“ reichen nicht aus. Lehnt der Vermieter ab, verlangen Sie eine schriftliche Begründung. Mieterverein oder Verbraucherzentrale prüfen diese für Sie.

Sonderfall Mehrfamilienhaus: Treppenhaus und Eigentümergemeinschaft

Liegt Ihre Wohnung im Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses, gehört das Treppenhaus meist zum Gemeinschaftseigentum. Ist Ihr Vermieter selbst nur Eigentümer einer Wohnung, muss er die Zustimmung der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) einholen. Auch hier hat der Gesetzgeber 2020 vorgesorgt.

Nach § 20 Abs. 2 Nr. 1 WEG kann jeder Wohnungseigentümer angemessene bauliche Veränderungen verlangen, die dem Gebrauch durch Menschen mit Behinderungen dienen. Der Treppenlift gehört zu diesen sogenannten privilegierten Maßnahmen. Die Gemeinschaft entscheidet dann nur noch über das „Wie“ der Durchführung, nicht mehr über das „Ob“. Eine Grenze zieht § 20 Abs. 4 WEG: Die Wohnanlage darf nicht grundlegend umgestaltet und kein Eigentümer unbillig benachteiligt werden – bei einem Sitzlift an einer Treppenwange ist das kaum der Fall.

Ihr Weg als Mieter führt also über den Vermieter: Er muss den Anspruch gegenüber der Gemeinschaft geltend machen. Ein sachlicher Brief mit Attest, Angebot und Planungsskizze macht ihm das leicht. Für schmale Treppenhäuser mit geraden Läufen eignet sich beispielsweise der Slim Line Pro, der für gerade und schmale Treppen ausgelegt ist. Wie viel Platz nötig ist, erklärt der Beitrag Treppenlift für schmale Treppen.

So gehen Sie vor: In fünf Schritten zur Zustimmung

  1. Beratung und Planung: Lassen Sie die Treppe vermessen und ein Angebot mit Planungsskizze erstellen. Bei VDB Medical ist die Erstberatung vor Ort kostenlos.
  2. Schriftlicher Antrag an den Vermieter: Beschreiben Sie den Lift, fügen Sie Attest oder Pflegegrad-Bescheid sowie das Angebot bei und verweisen Sie auf § 554 BGB.
  3. Rückbau zusagen: Bieten Sie an, den Lift beim Auszug fachgerecht entfernen zu lassen. Das nimmt dem Vermieter die größte Sorge.
  4. Zuschuss beantragen: Stellen Sie parallel den Antrag bei der Pflegekasse – vor dem Kauf. Wie das geht, lesen Sie im Beitrag Pflegegrad beantragen.
  5. Erlaubnis abwarten, dann bestellen: Erst mit schriftlicher Zustimmung und bewilligtem Zuschuss unterschreiben Sie den Kaufvertrag.

Zuschüsse gelten auch für Mieter

Der Zuschuss der Pflegekasse nach § 40 Abs. 4 SGB XI hängt nicht davon ab, ob Sie Eigentümer oder Mieter sind. Bei anerkanntem Pflegegrad 1 bis 5 sind bis zu 4.180 € je Maßnahme möglich. Der KfW-Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ steht laut Verbraucherzentrale ebenfalls Mieterinnen und Mietern offen, sofern das Einverständnis des Hausbesitzers vorliegt. Der KfW-Investitionszuschuss 455-B wird jährlich mit begrenzten Mitteln aufgelegt; ob ein Antragsfenster offen ist, prüfen Sie tagesaktuell auf kfw.de – und immer vor Beginn der Maßnahme.

Bleibt nach allen Zuschüssen ein Eigenanteil, lässt sich dieser unter Umständen als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend machen. Ratenzahlung ist bei VDB Medical ebenfalls möglich.

Häufige Fragen zum Treppenlift in der Mietwohnung

Muss ich den Treppenlift beim Auszug wirklich entfernen?

In der Regel ja: Die Wohnung ist im ursprünglichen Zustand zurückzugeben, und der Vermieter darf dafür eine Sicherheit verlangen. Möchte der Vermieter oder ein Nachmieter den Lift übernehmen, können Sie das aber jederzeit vereinbaren. Halten Sie eine solche Absprache schriftlich fest.

Brauche ich einen Pflegegrad, damit der Vermieter zustimmen muss?

Nein. § 554 BGB stellt auf den Gebrauch durch Menschen mit Behinderungen ab, nicht auf einen Pflegegrad. Ein ärztliches Attest reicht als Nachweis. Für den Zuschuss der Pflegekasse benötigen Sie den Pflegegrad allerdings; ohne Pflegegrad bleiben der KfW-Kredit, die steuerliche Entlastung und die Ratenzahlung.

Was ist, wenn andere Mieter im Haus sich beschweren?

Nachbarn haben kein Vetorecht. Entscheidend ist, dass Fluchtwege frei bleiben und die Treppe weiterhin gefahrlos begehbar ist. Ein Sitzlift parkt zusammengeklappt an der Wange und lässt die Lauffläche frei. Zeigen Sie das mit der Planungsskizze – das beruhigt in den meisten Fällen.

Wer kümmert sich um Wartung und Reparatur?

Sie als Eigentümer des Lifts. Bei VDB Medical übernehmen das unsere eigenen Servicetechniker, die Sie rund um die Uhr erreichen. Eine eigene Ersatzteillogistik sorgt dafür, dass Ihr Lift schnell wieder läuft.

Fazit

Ein Treppenlift in der Mietwohnung ist kein Gefallen des Vermieters, sondern Ihr gutes Recht. § 554 BGB gibt Ihnen einen Anspruch auf Erlaubnis, den Vermieter nur bei echter Unzumutbarkeit verweigern dürfen; im Mehrfamilienhaus ergänzt § 20 WEG diesen Anspruch gegenüber der Eigentümergemeinschaft. Im Gegenzug tragen Sie Kosten und Rückbau – wobei die Pflegekasse mit bis zu 4.180 € hilft. Mit einer sauberen Planung, einem sachlichen Schreiben und einer klaren Rückbauzusage bekommen die meisten Mieterinnen und Mieter die Zustimmung ohne Streit.

Sie möchten wissen, welcher Lift in Ihr Treppenhaus passt und was er kostet? Nutzen Sie unseren Treppenlift-Preisrechner für eine erste Einschätzung oder vereinbaren Sie eine kostenlose Erstberatung vor Ort. Wir vermessen die Treppe, erstellen die Planungsunterlagen für Ihren Vermieter und übernehmen den Förderantrag. Rufen Sie uns an unter 02852 5382570.

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