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Treppenlift ohne Pflegegrad: Diese Möglichkeiten haben Sie

Treppenlift ohne Pflegegrad: diese Wege bleiben

„Ohne Pflegegrad bekommen Sie nichts.“ Diesen Satz hören viele Menschen, wenn sie sich nach einer Förderung für den Treppenlift erkundigen. Er ist nur zur Hälfte richtig. Zwar ist der bekannteste Zuschuss – die 4.180 € der Pflegekasse – tatsächlich an einen Pflegegrad gebunden. Doch wer einen Treppenlift ohne Pflegegrad finanzieren muss, hat mehr Möglichkeiten, als die meisten vermuten.

In diesem Beitrag gehen wir die Wege der Reihe nach durch: vom Antrag auf einen Pflegegrad, der oft aussichtsreicher ist als gedacht, über den KfW-Kredit und die Steuer bis zu Kostenträgern, an die kaum jemand denkt. Am Ende wissen Sie, welche Reihenfolge sinnvoll ist und welche Fristen Sie einhalten müssen.

Erster Schritt: Prüfen, ob wirklich kein Pflegegrad möglich ist

Viele Menschen, die Schwierigkeiten mit der Treppe haben, hätten Anspruch auf Pflegegrad 1 – stellen aber nie einen Antrag. Denn Pflegegrad 1 setzt keine schwere Pflegebedürftigkeit voraus. Nach § 15 SGB XI genügen „geringe Beeinträchtigungen der Selbständigkeit“, die sich in der Begutachtung ab 12,5 Gesamtpunkten niederschlagen. Bewertet werden unter anderem Mobilität, Selbstversorgung und die Gestaltung des Alltags.

Wer beim Treppensteigen, beim Duschen oder beim An- und Auskleiden unsicher ist, sollte den Antrag deshalb stellen, bevor er den Treppenlift kauft. Die Pflegekasse muss nach § 18c SGB XI spätestens 25 Arbeitstage nach Antragseingang entscheiden. Wird ein Pflegegrad anerkannt, öffnet sich der Zuschuss von bis zu 4.180 € je Maßnahme nach § 40 Abs. 4 SGB XI – bereits ab Pflegegrad 1. Was dann gilt, lesen Sie im Beitrag Treppenlift bei Pflegegrad 1.

Wird der Antrag abgelehnt oder kommt ein Pflegegrad nicht infrage, bleiben die folgenden Wege. Wichtig für alle: Anträge auf Förderung müssen vor Vertragsabschluss gestellt werden.

Treppenlift ohne Pflegegrad: Diese Förderwege bleiben

KfW-Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“

Der wichtigste Baustein ohne Pflegegrad ist der zinsgünstige Kredit der KfW. Das Programm 159 fördert Umbauten, die Barrieren reduzieren, mit bis zu 50.000 € je Wohneinheit. Treppenlifte sind ausdrücklich als förderfähige Maßnahme genannt. Es gibt keine Altersgrenze und keinen Pflegegrad als Voraussetzung; Eigentümer und Mieter können den Kredit nutzen. Beantragt wird er nicht direkt bei der KfW, sondern über einen Finanzierungspartner – in der Regel die Hausbank oder Sparkasse – und zwar vor Beginn der Arbeiten. Laufzeiten von bis zu 30 Jahren sind möglich; der Zinssatz richtet sich nach dem Markt zum Zeitpunkt der Zusage (KfW, Programm 159).

KfW-Zuschuss 455-B „Barrierereduzierung“

Neben dem Kredit gibt es den Investitionszuschuss 455-B, der ebenfalls keinen Pflegegrad voraussetzt. Hier ist Vorsicht geboten: Das Programm wird jährlich mit begrenzten Bundesmitteln aufgelegt, die Antragsfenster sind kurz, und sobald die Mittel ausgeschöpft sind, werden keine neuen Anträge angenommen. Auch hier gilt: Der Antrag muss gestellt sein, bevor Sie mit dem Vorhaben beginnen. Ob aktuell Anträge möglich sind und welche Konditionen gelten, prüfen Sie am besten direkt auf kfw.de. Planen Sie den Treppenlift nicht so, dass er allein von diesem Zuschuss abhängt. Kredit und Zuschuss lassen sich nicht für dieselbe Maßnahme kombinieren.

Steuerliche Entlastung

Der Bundesfinanzhof hat 2014 entschieden, dass die Kosten eines Treppenlifts als außergewöhnliche Belastung nach § 33 EStG abziehbar sein können, wenn er medizinisch notwendig ist (Urteil VI R 61/12). Ein amtsärztliches Gutachten muss dafür nicht vorab eingeholt werden; ein ärztliches Attest, das die Notwendigkeit begründet, ist aber dringend zu empfehlen. Abgezogen wird der Teil der Kosten, der die zumutbare Belastung übersteigt – sie liegt je nach Einkommen, Familienstand und Kinderzahl zwischen 1 und 7 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte.

Alternativ oder ergänzend greift die Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen nach § 35a EStG: 20 Prozent der Arbeitskosten, höchstens 1.200 € im Jahr, direkt von der Steuerschuld. Voraussetzung sind eine Rechnung mit ausgewiesenen Arbeitskosten und eine unbare Zahlung. Für öffentlich geförderte Maßnahmen ist diese Ermäßigung ausgeschlossen. Bei Fragen zur eigenen Situation hilft eine Steuerberaterin oder ein Steuerberater.

Weitere Kostenträger je nach Lebenslage

Ist die Gehbehinderung Folge eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit, ist die gesetzliche Unfallversicherung zuständig. Nach § 41 SGB VII erbringt die Berufsgenossenschaft Wohnungshilfe, wenn dauerhaft die behindertengerechte Anpassung der Wohnung erforderlich ist. Wer noch im Berufsleben steht und den Treppenlift braucht, um weiter arbeiten zu können, kann sich an die Deutsche Rentenversicherung wenden: Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben umfassen nach § 49 Abs. 8 SGB IX auch die Kosten der Ausstattung einer behinderungsgerechten Wohnung in angemessenem Umfang. Bei geringem Einkommen und Vermögen kann schließlich das Sozialamt im Rahmen der Eingliederungshilfe oder der Hilfe zur Pflege einspringen. In all diesen Fällen entscheidet der Einzelfall; ein Beratungsgespräch beim jeweiligen Träger lohnt sich.

Ratenzahlung

Bleibt ein Eigenanteil, muss er nicht auf einmal bezahlt werden. VDB Medical bietet auf Wunsch eine Ratenzahlung an, sodass sich die Kosten über einen längeren Zeitraum verteilen. Sprechen Sie das Thema bei der Beratung einfach an.

Hinweis für Mieterinnen und Mieter

Auch ohne Pflegegrad dürfen Sie als Mieter einen Treppenlift einbauen lassen. Nach § 554 BGB haben Sie Anspruch auf die Erlaubnis des Vermieters für bauliche Veränderungen, die dem Gebrauch durch Menschen mit Behinderungen dienen; ablehnen darf er nur, wenn ihm die Maßnahme nicht zuzumuten ist. Die Kosten für Einbau, Betrieb und späteren Rückbau tragen Sie selbst – auch dafür kommen die hier genannten Wege infrage. Der KfW-Kredit 159 steht Mietern ausdrücklich offen.

WegPflegegrad nötig?UmfangWichtigste Bedingung
Pflegekasse (§ 40 SGB XI)Ja, ab Pflegegrad 1bis 4.180 € je MaßnahmeAntrag vor dem Kauf
KfW-Kredit 159Neinbis 50.000 € je WohneinheitAntrag über Hausbank vor Beginn
KfW-Zuschuss 455-BNeinjährlich begrenzte Mittelnur im offenen Antragsfenster
Steuer § 33 EStGNeinKosten über der zumutbaren Belastungmedizinische Notwendigkeit
Steuer § 35a EStGNein20 % der Arbeitskosten, max. 1.200 €Rechnung, unbare Zahlung
Berufsgenossenschaft, Rentenversicherung, SozialamtNeinEinzelfallArbeitsunfall, Berufstätigkeit oder Bedürftigkeit
Infografik Treppenlift ohne Pflegegrad in fünf Schritten: Pflegegrad beantragen, KfW prüfen, Steuer nutzen, weitere Kostenträger, Restbetrag klären
Die sinnvolle Reihenfolge für die Finanzierung eines Treppenlifts ohne Pflegegrad. Quellen: SGB XI, KfW, EStG, SGB VII, SGB IX.

Die richtige Reihenfolge

  1. Pflegegrad beantragen, wenn Einschränkungen im Alltag bestehen. Ergebnis abwarten, bevor Sie den Treppenlift bestellen.
  2. Angebot nach Aufmaß einholen. Die Förderstellen benötigen einen konkreten Kostenvoranschlag. Bei VDB Medical erhalten Sie ihn nach einer kostenlosen Vermessung vor Ort.
  3. KfW prüfen: Zuschuss 455-B, falls ein Antragsfenster offen ist, sonst Kredit 159 über die Hausbank – beides vor Vertragsabschluss.
  4. Weitere Kostenträger anfragen, wenn Ihre Lebenslage passt: Berufsgenossenschaft, Rentenversicherung oder Sozialamt.
  5. Restbetrag klären: Ratenzahlung vereinbaren und Belege für die Steuererklärung sammeln.

Welche Kosten überhaupt auf Sie zukommen, erklärt der Beitrag Treppenlift Kosten 2026. Eine erste Einschätzung für Ihre Treppe liefert der Treppenlift-Preisrechner. Alle Fördermöglichkeiten im Überblick finden Sie auf unserer Seite Finanzierung und Zuschüsse.

Häufige Fragen zum Treppenlift ohne Pflegegrad

Zahlt die Krankenkasse den Treppenlift, wenn ich keinen Pflegegrad habe?

In der Regel nicht. Ein fest eingebauter Treppenlift gilt nicht als Hilfsmittel der Krankenkasse, sondern als Maßnahme zur Verbesserung des Wohnumfelds – und dafür ist die Pflegekasse zuständig, die einen Pflegegrad voraussetzt.

Kann ich den Pflegegrad nachträglich beantragen und den Zuschuss noch bekommen?

Nein. Der Zuschuss der Pflegekasse muss vor dem Kauf und vor der Montage beantragt werden. Ist der Lift bereits eingebaut, gibt es keinen Zuschuss mehr. Stellen Sie den Antrag auf Pflegegrad deshalb zuerst.

Kann ich den KfW-Kredit und die Steuerermäßigung kombinieren?

Der Kredit 159 ist eine Finanzierung, keine Zuwendung; er steht der Berücksichtigung als außergewöhnliche Belastung nicht entgegen. Die Handwerkerermäßigung nach § 35a EStG ist dagegen bei öffentlich geförderten Maßnahmen ausgeschlossen. Lassen Sie das im Einzelfall steuerlich prüfen.

Hilft VDB Medical auch ohne Pflegegrad bei den Anträgen?

Ja. Wir unterstützen Sie kostenlos bei Förderanträgen – vom Antrag auf Pflegegrad bis zu den Unterlagen für die KfW. Details zum Ablauf finden Sie unter Beratung und Planung.

Fazit

Ein Treppenlift ohne Pflegegrad ist finanzierbar – nur eben nicht über die Pflegekasse. Der erste Schritt sollte trotzdem der Antrag auf einen Pflegegrad sein, weil Pflegegrad 1 häufiger zusteht als vermutet und den Weg zu 4.180 € Zuschuss öffnet. Danach bleiben der KfW-Kredit 159 bis 50.000 €, mit etwas Glück der KfW-Zuschuss 455-B, die steuerliche Entlastung nach § 33 oder § 35a EStG sowie Berufsgenossenschaft, Rentenversicherung und Sozialamt in besonderen Lebenslagen. Entscheidend ist die Reihenfolge: erst Anträge, dann Vertrag.

Sie möchten wissen, was ein Treppenlift für Ihre Treppe kostet und welche Förderung für Sie infrage kommt? Nutzen Sie den Treppenlift-Preisrechner oder vereinbaren Sie eine kostenlose Erstberatung bei Ihnen vor Ort. Rufen Sie uns an unter 02852 5382570 – wir beraten bundesweit und übernehmen die Förderanträge kostenlos für Sie.

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