
Wer pflegt eigentlich in Deutschland? Die Antwort überrascht viele: Nicht Heime und nicht Pflegedienste tragen die Hauptlast, sondern Familien. Die allermeisten Pflegebedürftigen leben zu Hause – und werden dort von Töchtern, Söhnen, Ehepartnern und Nachbarn versorgt.
Dieser Ratgeber fasst die wichtigste Pflege zu Hause Statistik zusammen: Wie viele Menschen sind pflegebedürftig, wo werden sie versorgt, wie alt sind sie, was zahlt die Pflegekasse – und warum die Zahlen in den kommenden Jahren weiter steigen. Alle Angaben stammen vom Statistischen Bundesamt und aus dem Sozialgesetzbuch; die Quellen sind jeweils verlinkt.
Die Zahlen sind mehr als Statistik. Sie zeigen, dass Pflege zu Hause der Normalfall ist – und dass das Zuhause selbst dafür passen muss. Die Treppe spielt dabei eine größere Rolle, als viele denken.
Im Dezember 2023 waren in Deutschland knapp 5,7 Millionen Menschen pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes. Das sind 730.000 mehr als zwei Jahre zuvor – ein Anstieg um 15 Prozent. Der Zuwachs geht nur zum Teil auf die alternde Bevölkerung zurück; das Statistische Bundesamt verweist auch auf den weiter gefassten Pflegebedürftigkeitsbegriff, der seit 2017 gilt (Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 18.12.2024).
Entscheidend ist der Versorgungsort: 86 Prozent, also 4,9 Millionen Menschen, wurden zu Hause versorgt. Nur 14 Prozent (0,8 Millionen) lebten in einem Pflegeheim. Und die Schere geht weiter auseinander: Die Zahl der zu Hause Versorgten stieg zwischen 2021 und 2023 um 17 Prozent, die der Heimbewohner nur um 0,8 Prozent.
| Versorgungsform (Dezember 2023) | Personen | Anteil |
|---|---|---|
| Pflegebedürftige gesamt | 5,7 Mio. | 100 % |
| Zu Hause versorgt | 4,9 Mio. | 86 % |
| davon ausschließlich Pflegegeld (überwiegend Angehörige) | 3,1 Mio. | 54 % |
| davon mit ambulantem Pflegedienst | 1,1 Mio. | 19 % |
| davon Pflegegrad 1 zu Hause | 0,68 Mio. | 12 % |
| Vollstationär im Pflegeheim | 0,8 Mio. | 14 % |
Die größte Gruppe sind die 3,1 Millionen Menschen, die ausschließlich Pflegegeld beziehen – also in der Regel von Angehörigen gepflegt werden, ohne Pflegedienst. Diese Gruppe wuchs seit 2021 um 21 Prozent. Weitere 1,1 Millionen Menschen werden zu Hause ganz oder teilweise durch ambulante Dienste versorgt. Hinzu kommen 680.000 Menschen mit Pflegegrad 1 zu Hause, von denen 640.000 weder Pflegedienst noch Heim in Anspruch nahmen.

Pflegebedürftigkeit ist vor allem eine Frage des Alters. 78 Prozent der Pflegebedürftigen waren im Dezember 2023 mindestens 65 Jahre alt, 34 Prozent mindestens 85. Ab 90 Jahren gilt: 87 Prozent aller Menschen dieser Altersgruppe sind pflegebedürftig. Frauen sind mit 61 Prozent deutlich häufiger betroffen als Männer – auch, weil sie im Schnitt älter werden (Statistisches Bundesamt, Pflegestatistik 2023).
Für Familien heißt das: Pflege beginnt selten plötzlich. Meist ist es ein schleichender Prozess – erst fällt das Einkaufen schwer, dann das Bad, dann die Treppe. Wer die Zeichen früh erkennt, kann das Zuhause anpassen, bevor ein Sturz die Entscheidung erzwingt.
Deutschland altert. 2025 lebten hierzulande 19,3 Millionen Menschen ab 65 Jahren – 23 Prozent der Bevölkerung. 3,2 Millionen waren 85 Jahre oder älter (Statistisches Bundesamt, Ältere Menschen). Die Gruppe der Hochbetagten wächst am stärksten: Die Zahl der Menschen ab 80 Jahren lag 2024 bei 6,1 Millionen und wird nach der aktuellen Bevölkerungsvorausberechnung bis Mitte der 2030er-Jahre auf 6,3 bis 6,6 Millionen steigen. Für 2050 rechnet das Statistische Bundesamt mit 8,5 bis 9,8 Millionen Menschen über 80 (Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 11.12.2025).
Gleichzeitig werden es weniger Menschen, die pflegen können. Die Kinder der Babyboomer sind weniger zahlreich, wohnen oft weiter entfernt und sind berufstätig. Das Statistische Bundesamt geht davon aus, dass 2035 jede vierte Person in Deutschland 67 Jahre oder älter sein wird. Pflege zu Hause wird also nicht seltener, sondern anspruchsvoller – und braucht Hilfsmittel, die Angehörige entlasten.
Die Pflegeversicherung unterstützt die häusliche Pflege mit festen Beträgen. Sie gelten seit dem 1. Januar 2025 und wurden 2026 nicht erhöht; die nächste gesetzliche Anpassung ist für 2028 vorgesehen (§ 37 SGB XI).
Zum Vergleich: Wer ins Pflegeheim zieht, zahlte zum Stichtag 1. Juli 2026 im ersten Jahr bundesweit durchschnittlich 3.364 € pro Monat aus eigener Tasche (Verband der Ersatzkassen). Was das für die Entscheidung zwischen Heim und Zuhause bedeutet, rechnet der Beitrag Pflegeheim oder Zuhause? Was die Pflege wirklich kostet vor.
Pflege zu Hause setzt voraus, dass das Zuhause mitspielt. Genau hier klafft eine Lücke. Nach einer Sonderauswertung des Mikrozensus 2018 waren nur 2 Prozent aller Wohnungen in Deutschland barrierearm; 85 Prozent der Seniorenhaushalte hatten keinen stufenlosen Zugang (Statistisches Bundesamt, Zahl der Woche 2019). Der Deutsche Alterssurvey kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: Nur 31 Prozent der Menschen mit Mobilitätsproblemen wohnen stufenlos erreichbar.
Dabei ist der Wunsch eindeutig: Laut einer Allianz-Umfrage vom Oktober 2025 wollen 63 Prozent der Immobilieneigentümer über 60 „in jedem Fall“ im eigenen Zuhause bleiben, bei den über 70-Jährigen sind es 66 Prozent. Wer diesen Wunsch erfüllen will, muss die Treppe lösen – durch Umbau, Umzug innerhalb des Hauses oder einen Treppenlift. Eine Übersicht über alle Maßnahmen finden Sie in der Checkliste für ein altersgerechtes Zuhause. Ein Sitz-Treppenlift ist dabei oft die schnellste Lösung: Er wird ohne bauliche Eingriffe an der Treppe montiert, meist an einem Tag, und wird ab Pflegegrad 1 von der Pflegekasse bezuschusst. Wie Sie den Zuschuss beantragen, erklärt der Beitrag Pflegekasse-Antrag für den Treppenlift.
Merksatz: 86 Prozent der Pflegebedürftigen leben zu Hause, aber nur 2 Prozent der Wohnungen sind barrierearm. Diese Lücke schließen Familien jeden Tag – mit Kraft, Zeit und den richtigen Hilfsmitteln.
Im Dezember 2023 waren es 4,9 Millionen von knapp 5,7 Millionen Pflegebedürftigen, also 86 Prozent. 3,1 Millionen davon erhielten ausschließlich Pflegegeld und wurden überwiegend von Angehörigen versorgt. Die Pflegestatistik wird alle zwei Jahre erhoben; die nächste Erhebung bezieht sich auf Dezember 2025.
347 € pro Monat, wenn Angehörige die Pflege übernehmen. Wird stattdessen ein ambulanter Pflegedienst beauftragt, stehen bis zu 796 € Pflegesachleistung zur Verfügung. Beides lässt sich kombinieren. Hinzu kommen der Entlastungsbetrag von 131 € und der Zuschuss für Wohnumfeldmaßnahmen von bis zu 4.180 €.
Einen amtlichen Durchschnittswert für die Kosten der Pflege zu Hause gibt es nicht, weil sie stark davon abhängen, wie viel Angehörige selbst leisten. Der Eigenanteil im Pflegeheim lag zum 1. Juli 2026 bei durchschnittlich 3.364 € im Monat. Zu Hause fallen dagegen vor allem einmalige Kosten für Umbauten an, die bezuschusst werden.
Bereits ab Pflegegrad 1. Der Zuschuss beträgt bis zu 4.180 € je Maßnahme und pflegebedürftiger Person; bei mehreren Pflegebedürftigen im Haushalt bis zu 16.720 €. Der Antrag muss vor dem Einbau gestellt werden. VDB Medical übernimmt die Antragstellung kostenlos.
Deutschland pflegt zu Hause: 4,9 von 5,7 Millionen Pflegebedürftigen leben in den eigenen vier Wänden, mehr als die Hälfte wird ausschließlich von Angehörigen versorgt. Diese Zahlen werden mit der alternden Bevölkerung weiter steigen, während weniger Menschen zum Pflegen zur Verfügung stehen. Die Pflegekasse unterstützt mit Pflegegeld, Sachleistungen, Entlastungsbetrag und bis zu 4.180 € für Umbauten. Die größte Hürde bleibt oft die Wohnung selbst – und dort ganz konkret die Treppe.
Sie möchten wissen, was ein Treppenlift für Ihre Treppe kostet? Der Treppenlift-Preisrechner gibt Ihnen in wenigen Minuten eine erste Orientierung. In der kostenlosen Erstberatung vor Ort vermessen wir Ihre Treppe, prüfen Ihren Anspruch auf den Pflegekassenzuschuss und übernehmen den Antrag für Sie – bundesweit. Rufen Sie uns an unter 02852 5382570.