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Treppenlift nach Schlaganfall: Sicher zurück ins eigene Zuhause

Nach dem Schlaganfall sicher nach Hause

Ein Schlaganfall verändert das Leben von einem Moment auf den anderen. Nach Klinik und Rehabilitation steht für die meisten Betroffenen ein Wunsch ganz oben: zurück in die eigenen vier Wände. Genau dort wartet jedoch oft das größte Hindernis: die Treppe. Ein Treppenlift nach Schlaganfall kann den Weg nach Hause möglich machen, wenn Kraft, Gleichgewicht oder eine Körperhälfte nicht mehr zuverlässig mitmachen.

Dieser Ratgeber richtet sich an Betroffene und an Angehörige, die in einer ohnehin belastenden Zeit viele Entscheidungen treffen müssen. Er erklärt, warum die Treppe nach einem Schlaganfall besonders riskant ist, welche Ausstattung ein Treppenlift dann haben sollte, wie sich der Einbau in den Ablauf von Reha und Entlassung einfügt und welche Zuschüsse es gibt.

Eine Bitte vorweg: Was medizinisch sinnvoll ist, entscheiden Ärztinnen, Ärzte und Therapeuten, die Sie kennen. Dieser Text ersetzt keine Beratung durch das Reha-Team, er hilft Ihnen aber, die richtigen Fragen zu stellen.

Schlaganfall in Deutschland: Die Zahlen hinter dem Thema

Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe fasst die wichtigsten Daten für Deutschland in einem Factsheet zusammen. Sie zeigen, wie häufig das Ereignis ist und wie viele Menschen anschließend dauerhaft Unterstützung brauchen:

  • Rund 270.000 Menschen erleiden jährlich in Deutschland einen Schlaganfall, knapp 200.000 davon zum ersten Mal.
  • Fast 80 Prozent aller Schlaganfälle betreffen Menschen ab 60 Jahren.
  • Rund 60 Prozent der Patientinnen und Patienten sind ein Jahr nach dem Schlaganfall weiterhin auf Therapie, Hilfsmittel oder Pflege angewiesen.
  • Der Schlaganfall ist damit der häufigste Grund für erworbene Behinderungen im Erwachsenenalter.

Quelle für alle vier Angaben ist das Factsheet der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Die Zahlen machen deutlich: Für einen großen Teil der Betroffenen geht es nach der Reha nicht um eine kurze Übergangszeit, sondern um eine dauerhafte Anpassung des Alltags, und damit auch des Zuhauses.

Infografik: fünf Schritte von der Reha bis zum Einbau des Treppenlifts nach einem Schlaganfall
Zurück nach Hause nach dem Schlaganfall: Reha, Entlassung, Bedienung, Zuschuss, Einbau.

Warum die Treppe nach einem Schlaganfall zum Risiko wird

Viele Menschen behalten nach einem Schlaganfall Einschränkungen, die das Treppensteigen unsicher machen. Häufig ist eine Körperhälfte geschwächt oder gelähmt, die sogenannte Halbseitenlähmung. Dann fehlt auf einer Seite die Kraft im Bein, und eine Hand kann den Handlauf nicht mehr greifen. Hinzu kommen oft Gleichgewichtsstörungen, ein eingeschränktes Gesichtsfeld, Konzentrationsprobleme oder eine schnelle Ermüdung. Jede dieser Folgen für sich kann einen Sturz auf der Treppe auslösen, in Kombination steigt das Risiko weiter.

Wie ernst Stürze im höheren Alter generell sind, zeigen Daten des Robert Koch-Instituts: Laut der Befragung GEDA 2022 stürzen 23,8 Prozent der Menschen ab 65 Jahren mindestens einmal innerhalb von zwölf Monaten, bei den über 80-Jährigen sind es 33,5 Prozent (Quelle: RKI, Gesundheitsberichterstattung). Nach einem Schlaganfall kommen die genannten Einschränkungen noch dazu. Mehr zu diesen Zahlen lesen Sie in unserem Beitrag zur Sturzstatistik im Alter.

Ob das Treppensteigen mit Hilfe weiterhin möglich ist oder ob ein Hilfsmittel nötig wird, beurteilen Physio- und Ergotherapeuten in der Reha. Sie beobachten, wie sicher Sie stehen, gehen und die Treppe bewältigen. Fragen Sie das Reha-Team gezielt danach, bevor die Entlassung ansteht.

Treppenlift nach Schlaganfall: Worauf es bei der Ausstattung ankommt

Ein Sitzlift für Menschen nach einem Schlaganfall unterscheidet sich technisch nicht grundlegend von anderen Treppenliften. Entscheidend sind Details, die auf eine einseitige Schwäche und auf ein unsicheres Gleichgewicht Rücksicht nehmen.

Bedienung mit einer Hand

Bei einer Halbseitenlähmung muss die Bedienung vollständig mit der gesunden Hand möglich sein. Das Bedienelement sollte deshalb auf der Armlehne der Seite sitzen, die der Nutzer noch gut bewegen kann. Bei der Planung wird festgelegt, ob die Steuerung links oder rechts angebracht wird. Ein leichtgängiger Joystick oder eine große Wipptaste, die nur gehalten werden muss, ist einfacher zu bedienen als kleine Tasten. Ergänzend gibt es Fernbedienungen, mit denen Angehörige den Lift rufen oder wegschicken können.

Drehsitz und sicheres Aufstehen

Das Aufstehen am oberen Ende der Treppe ist der kritische Moment. Ein Drehsitz, der sich an der Haltestelle zum Treppenabsatz hin dreht, sorgt dafür, dass Sie mit dem Rücken zur Treppe aufstehen und nicht über die Stufen hinweg. Bei vielen Modellen lässt sich der Sitz elektrisch drehen, was bei einseitiger Schwäche deutlich leichter ist als eine mechanische Entriegelung. Stabile Armlehnen geben beim Aufstehen Halt, und ein Sicherheitsgurt hält während der Fahrt.

Sanftes Anfahren, ruhige Fahrt

Wer sein Gleichgewicht schlecht halten kann, reagiert empfindlich auf Ruckeln. Achten Sie darauf, dass der Lift sanft anfährt und abbremst. Sensoren an Fußplatte und Sitz stoppen den Lift, wenn ein Hindernis im Weg liegt. Treppenlifte fahren mit Akku, sodass der Lift auch bei Stromausfall weiterfährt. Wie das funktioniert, erklärt unser Beitrag zu Stromverbrauch und Akku beim Treppenlift.

Welches Modell passt?

Die Wahl des Modells hängt von der Treppe ab, nicht von der Diagnose. Für gerade Treppen ist der Slim Line Pro die schlanke Lösung, auch bei schmalen Treppenhäusern. Für Treppen mit Kurve oder Zwischenpodest kommen Curve Pro und Curve Eco in Frage. Alle Modelle tragen bis zu 160 Kilogramm und bewältigen Steigungen bis 70 Grad. Welche Ausstattung im Einzelfall sinnvoll ist, klären wir bei der kostenlosen Erstberatung vor Ort, gern zusammen mit Angehörigen oder dem Therapeuten.

Der richtige Zeitpunkt: Reha, Entlassung und Einbau

Nach einem Schlaganfall folgt auf die Akutklinik meist eine mehrwöchige Rehabilitation. Diese Zeit ist die beste Gelegenheit, das Zuhause vorzubereiten. Der Sozialdienst der Reha-Klinik berät zu Hilfsmitteln und zum Pflegegrad, das Therapieteam kann einschätzen, welche Fähigkeiten voraussichtlich zurückkehren und welche nicht.

So kann der Ablauf aussehen:

  1. Während der Reha: Pflegegrad beantragen, Hausbesuch eines Ergotherapeuten oder der Pflegeberatung anregen, Treppenlift-Beratung terminieren.
  2. Beratung und Aufmaß: Bei der Erstberatung vor Ort wird die Treppe digital vermessen. Das Angebot enthält einen festen Terminplan.
  3. Antrag bei der Pflegekasse: Der Zuschuss muss vor dem Einbau beantragt werden. VDB Medical übernimmt die Antragstellung kostenlos.
  4. Montage: Der Einbau dauert in der Regel einen halben bis einen Tag. Bei geraden Treppen ist eine Lieferung ab einer Woche möglich.

Wie Sie den Pflegegrad beantragen und was bei der Begutachtung wichtig ist, lesen Sie in unserem Beitrag Pflegegrad beantragen: Schritt für Schritt. Details zum Einbau finden Sie unter Treppenlift-Einbau: Ablauf und Dauer.

Kosten und Zuschüsse nach einem Schlaganfall

Nach einem Schlaganfall wird häufig ein Pflegegrad anerkannt. Damit steht der wichtigste Zuschuss offen: Die Pflegekasse fördert wohnumfeldverbessernde Maßnahmen wie einen Treppenlift mit bis zu 4.180 Euro je Maßnahme, unabhängig vom Einkommen und bereits ab Pflegegrad 1 (Quelle: § 40 Abs. 4 SGB XI). Leben zwei Pflegebedürftige im Haushalt, kann sich der Betrag verdoppeln.

Wichtig ist die Reihenfolge: erst der Antrag, dann der Einbau. Liegt noch kein Pflegegrad vor, gibt es andere Wege, die wir im Beitrag Treppenlift ohne Pflegegrad beschreiben. Der Eigenanteil lässt sich außerdem als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend machen. Eine erste Orientierung zu den Kosten Ihres Treppenlifts gibt unser Treppenlift-Preisrechner.

Häufige Fragen zum Treppenlift nach Schlaganfall

Kann ich einen Treppenlift bedienen, wenn eine Hand gelähmt ist?

Ja. Das Bedienelement wird auf der Seite der gesunden Hand montiert und lässt sich mit einem Finger oder der Handfläche bedienen. Zusätzlich gibt es Fernbedienungen für Angehörige. Ob die Kraft und Konzentration für die sichere Nutzung ausreichen, sollten Sie mit dem Reha-Team besprechen.

Lohnt sich der Lift, wenn sich die Lähmung noch bessern kann?

Viele Betroffene machen in den ersten Monaten Fortschritte. Ein Treppenlift nimmt in dieser Zeit die Angst vor der Treppe und senkt das Risiko von Stürzen, die den Fortschritt zunichtemachen könnten. Ob Sie ihn später weiter nutzen, entscheiden Sie selbst. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Prognose, bevor Sie sich festlegen.

Wie schnell kann der Lift nach der Entlassung eingebaut werden?

Bei geraden Treppen ist eine Lieferung ab einer Woche möglich, kurvige Schienen werden individuell gefertigt und brauchen etwas länger. Am besten vereinbaren Sie den Beratungstermin schon während der Reha, damit der Lift zur Entlassung bereitsteht.

Zahlt die Krankenkasse den Treppenlift nach Schlaganfall?

Die Krankenkasse übernimmt Hilfsmittel wie Rollator oder Rollstuhl, der Treppenlift fällt jedoch in den Bereich der Pflegekasse. Was die einzelnen Träger zahlen, erklärt unser Beitrag Zahlt die Krankenkasse den Treppenlift?.

Fazit

Rund 60 Prozent der Betroffenen brauchen ein Jahr nach dem Schlaganfall weiterhin Hilfe im Alltag. Ein Treppenlift nach Schlaganfall ist dann oft die Voraussetzung dafür, dass das eigene Haus mit Schlafzimmer und Bad im Obergeschoss bewohnbar bleibt. Wichtig sind eine einhändig bedienbare Steuerung auf der richtigen Seite, ein Drehsitz für sicheres Aufstehen und eine ruhige Fahrt. Planen Sie den Einbau während der Reha, beantragen Sie den Pflegegrad frühzeitig und stellen Sie den Antrag bei der Pflegekasse vor der Montage. Und beziehen Sie Ärzte und Therapeuten ein, sie kennen Ihre Situation am besten.

Sie möchten wissen, was ein Treppenlift für Ihre Treppe kostet? Unser Treppenlift-Preisrechner gibt Ihnen in wenigen Minuten eine erste Orientierung. Für alles Weitere kommen wir zu Ihnen: Die Erstberatung vor Ort ist kostenlos und unverbindlich, bundesweit. Rufen Sie uns an unter 02852 5382570 oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

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